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Graffiti in Dresden

 

Es regnet Bindfäden und wir nutzen die Zeit, um unsere Fotos zu ordnen. Abends treibt uns dann doch der Hunger aus dem Haus. Gut, dass wir unsere Regenjacken dabei haben. Bisher brauchten wir sie nicht. Übermütig stapfen wir durch den Regen und landen in einer „Braceria“. Das sind Gaststätten, die oft an eine Metzgerei angeschlossen sind, und in denen es hauptsächlich Fleischgerichte vom Grill gibt. Offensichtlich verirren sich selten Touristen hierher, denn der Wirt begrüßt uns mit einem zuerst überraschten, dann erfreuten Gesichtsausdruck per Handschlag. Sein Vater kommt neugierig aus der Küche und erzählt, dass er mal zwei Jahre in der Nähe von Lippstadt gearbeitet habe. Nur für die Wirtin sind wir uninteressant. Wie hypnotisiert schaut sie sich eine Quizsendung im Fernsehen an. Dann tischen die beiden Männer auf, was die Vorräte hergeben. Wir beginnen mit Oliven, Schinken, Salami und Burrata, einer Mozzarella-Art. Danach folgt eine Auswahl an kleinen Rouladen und Bratwurststücken, garniert mit Gemüse. Schließlich gibt es Steaks, überbacken mit Tomaten, Käse und Rucola. Dazu trinken wir einen halben Liter Wein, Wasser und zum Abschluss Kaffee. Das Ganze kostet keine Euro 45. In Italien ist es oft üblich am Tresen zu zahlen. Dort kassiert jetzt die junge Frau, denn mittlerweile sind noch andere Gäste gekommen, und Vater und Sohn haben in der Küche alle Hände voll zu tun. Peter legt 50 Euro auf die Theke, sagt „okay“ und wendet sich zum Gehen. „No, no“, ruft die Wirtin ihm nach, nimmt einen 10-Euro-Schein aus der Kasse und hält ihn Peter hin. Zuerst denken wir, sie hätte sich geirrt und eigentlich einen 5-Euro-Schein herausgeben wollen. Aber als sie auch nach hartnäckigem Protest dabei bleibt, müssen wir annehmen, dass sie uns – warum auch immer - einen Rabatt gewähren will.